Plötzlich wieder mittendrin…

…im Kinderwunschkarussell! Und zwar viel schneller als gedacht. Vor einer Woche haben wir erst mit unserer Kinderwunsch&Paarberaterin darüber gesprochen, dass es sich noch nicht richtig anfühlt, die Behandlung bei mir und die Option auf ein genetisches Kind jetzt ad acta zu legen. Am Montag haben wir bei der Klinik nach einem Termin mit der Klinikleiterin gefragt, mit der wir Ende 2019 nach dem Novemberdesaster ein langes gutes Gespräch über weitere Optionen führten, und hatten das Glück, bereits für den Mittwoch einen telefonischen Termin zu bekommen. Ich war vorher wieder sehr angespannt, weil ich immer wieder denke, die machen das doch nicht mehr mit, machen einen Rückzieher, können sich nicht mehr an Absprachen erinnern… Aber das Gespräch lief mehr als gut! Sogar so fantastisch, dass wir es kaum glauben konnten, welche Möglichkeiten uns noch offenstehen.

Wir haben noch so viel Samen unseres Spenders dort, dass es für 5 Versuche reicht.  (unser Spender ist nicht mehr aktiv und es gibt auch keine Halme mehr bei Cryos, die von anderen reserviert sind, also das ist definitiv alles was wir haben werden.) Wir können umgehend mit Zyklusbeginn mit einer weiteren Stimulation bei mir beginnen. Die Medikamente können wir geschickt bekommen, wieder mit der gleichen Medikation (Flare Up, Triptofem, Gonal F 150) wie beim letzten Mal. Da die Möglichkeit für eine Zyste oder zu viele Follikel bei mir verschwindend klein ist, muss ich erst an ZT 8-10 zum ersten Ultraschall kommen. WENN es gelingen würde, eine Blastozyste zum Einfrieren zu bekommen (was ja erst einmal der Fall war und diese beim Auftauen kaputt ging), hätten wir sogar die Option, danach einen weiteren Versuch zu machen. Einerseits weil ja die Chancen mit einer Blastozyste trotzdem gering sind und die Ärztin keine Bedenken hat, dass es „zu viele“ werden könnten, und auch weil das niederländische Embryonenschutzgesetz eine für uns vorteilhafte Lücke hat. Denn es ist nicht gestattet, eine neue Stimulation bei einer Frau durchzuführen, die noch (eigene) Embryos in der Kryokonservierung hat. Dies gilt jedoch nicht für Spenderembryonen. Sprich, auch wenn ein Embryo von mir eingefroren werden könnte, haben wir die Option noch „nachzulegen“ und die Chance zu erhöhen, dass es in 2,3 Jahren vielleicht noch ein genetisches Kind von mir geben könnte, das Cleo austragen würde. Das ist natürlich Zukunftsmusik und wir können uns überglücklich schätzen, wenn in den nächsten Monaten auch nur ein einziger Embryo für eine spätere Kryo herauskommt. Trotzdem ist überhaupt diese Möglichkeit zu haben einfach toll. So viel wir auch immer über die KiWu geschimpft haben, so sehr sind wir auch glücklich, was die alles bereit sind mit uns zu machen.

Wir wollen diesen ungewöhnlichen Weg jedenfalls beschreiten und haben mit der Ärztin nun 3 Versuche veranschlagt (2 Einheiten des Spendersamens blieben dann noch in Reserve für eine Behandlung bei Cleo). Diese 3 Versuche dürfte ich sogar direkt hintereinander machen, da ich die Medis stets gut vertragen habe und es keine Gefahr der Überstimulation bei mir gibt. Nun, das gucken wir dann. Manchmal ist eine Pause trotzdem ratsam oder notwendig. Es fällt mir noch schwer zu antizipieren, wie sich das anfühlen würde, über eine längere Zeit ein oder zwei Embryonen auf Eis zu haben, die dann definitiv die letzte Chance sind. Vielleicht ist es auch nur ein herausgeschobener Abschied vom (leiblichen) Kinderwunsch. Vielleicht aber auch doch noch eine Chance. Wer weiß das schon? Unsere Reise ist jedenfalls noch lange nicht zu Ende.

6 Gedanken zu “Plötzlich wieder mittendrin…

  1. Oh, das ist ja wirklich überraschend. Es freut mich sehr für euch, dass ihr diese Möglichkeit habt! Seid ihr denn schon sicher, dass ihr 3 Kinder haben möchtet, also wollt ihr das in 2-3 Jahren auch auf jeden Fall versuchen, oder legt ihr das jetzt erst einmal anlegen und dann später schauen, ob ihr noch ein weiteres Kind bekommen wollt? Du musst das auch nicht beantworten, es ist ja schon eine ziemlich private Frage. Sie kam mir aber in den Sinn und ich war neugierig und dachte – fragen kann ich ja mal 😉

    Wie war denn das Screening heute, ich hoffe es ist alles in Ordnung?

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    • Drei Kinder hatten wir uns immer gewünscht und geplant – sicher wäre das einfacher gewesen, wenn wir früher gestartet hätten, alles schneller geklappt hätte…aber nun ist es so wie es ist.
      Einen solchen finanziellen, zeitlichen und emotionalen Aufwand würden wir nicht auf uns nehmen, wenn wir nicht sicher wären die Embyronen auch einzusetzen. Das haben wir der Klinik auch zugesagt, wir produzieren keinen „Vorrat“, den wir dann nicht nutzen. (Kein Embryonen-Hamstern, um mal beim Vokabular der Gegenwart zu bleiben😉). Sollte das nicht klappen, werden wir schauen ob Cleo selbst sich noch einmal einer IVF unterziehen will.

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  2. „Go for it!“ würde ich sagen. Alle Eier noch absahnen, die jetzt springen. In zwei bis drei Jahren könnt ihr immer noch sehen, ob ihr die Eisbärchen nutzt oder nicht.

    Noch ein paar Zeilen pro Kind Nr. 3: Drei Kinder erschienen mir wesentlich weniger anstrengend als zwei. Die Thronsturznummer des/der Erstgeborenen fällt weg (wenn ihr Glück habt, ist euer Männlein ohnehin ganz entspannt, unsere Tochter war es leider nicht) und die ganzen Fragen, wie man das nun mit mehr als einem Kind schaffen soll, sind auch schon abgefrühstückt. Da jedes Kind anders ist, hat man dann schon zwei Varianten des Zähnekriegen, der Beikosteinführung, Töpfchentraining und jede Form der „Mütter-Contets“ („Also mein XYZ kann schon …. und deiner nicht!“) durch und ist viel ruhiger.

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