Interrelationäre Eizellspende – so geht es jetzt weiter

Nach dem Desaster im November hatten wir um einen Termin mit der ärztlichen Leitung unserer Klinik gebeten. Wir wollten unserem Ärger und unserer Frustration zum einen Luft machen und auch noch einmal im persönlichen Gespräch erfahren, was genau da eigentlich (in der Kommunkation, aber auch mit dem Embryo) schief gelaufen war. Zum anderen aber auch die weiteren Optionen besprechen.

Auf der Fahrt zu der Klinik spülten sich alle möglichen Gefühle hoch…Wut, Angst, Stress, Enttäuschung…und doch fühlten wir, dass es Not tat, dieses Gespräch zu führen.

Glücklicherweise können wir sagen, dass es für uns wirklich ein zufriedenstellendes Gespräch war! Wir fühlten uns ernst genommen und die Klinik kam uns in jeder Hinsicht entgegen. Hierfür war es auch gut, dass wir mit der leitenden Ärztin gesprochen haben. Wir haben schon vorher mit ihr die Erfahrung gemacht, dass sie sehr professionell ist, aber auch zu Fehlern von seiten der Klinik stehen kann. Außerdem kann sie relevante Fragen sofort entscheiden und muss nicht mit dem Team für alles Rücksprache halten, was sonst schon mal nervig sein konnte.

Zunächst einmal haben wir der Ärztin noch einmal die Probleme des letzten Versuchs und die nicht vorhandene Kommunikation geschildert. Daraufhin bot sie uns an, dass wir selbstverständlich auch die Klinik wechseln können. Wir machten jedoch deutlich, dass wir durchaus bleiben möchten, dass es aber in Zukunft besser laufen sollte! Sie entschuldigte sich für den Ablauf und bot an, die Kosten für den Versuch zu stornieren. Sie erklärte auf unsere Nachfrage, dass die Klinik natürlich ein Notstromaggregat habe (sonst hätten sie gar keine Zulassung), der Ausfall bzw. die Probleme sich ausschließlich auf das neue Patientenverwaltungssystem bezogen habe. Sie schaute mit uns auch noch mal in die Akte, um die Entwicklung der einzelnen Embryonen zu verfolgen, die dort dokumentiert ist. Es war so, dass der Embryo, der zunächst nicht befruchtet schien und sich dann doch noch entwickelte, eine auffällig schnelle Zellteilung hatte. Dieser war auch der, der eingefroren wurde. Der ungewöhnliche Verlauf der Entwicklung legt nahe, dass vermutlich etwas mit dem Embryo nicht in Ordnung war.

Wir brachten auch noch zur Sprache, dass der Embryo ja entgegen der Absprache an Tag 4 eingefroren wurde (ebenso wie der noch gelagerte Embryo aus Cleos IVF). Hätte man wie besprochen bis Tag 5 gewartet, hätten wir uns möglicherweise diesen ganzen Kryoversuch sparen können, weil der Embryo vermutlich von sich aus schon eingegangen wäre. Warum man an Tag 4 einfriert, wenn man definitiv nur einen Tag 5 Transfer macht, war uns nicht klar. (Es sind wohl einfach praktische Erwägungen. Wenn man im Labor gerade Zeit hat und es logistisch passt, friert man halt ein). Und letztlich kann uns das ja mit dem Embryo aus Cleos IVF noch mal passieren, denn auch der wurde an Tag 4 eingefroren und würde somit auch noch mal nach dem Auftauen einen Tag in der Petrischale kultiviert.

Wir haben also besprochen, dass wir künftig bitte Tag 3 Frisch Transfere und bei mehr Embryonen Tag 5 Kultur bis Kryo möchten. Es kann einem natürlich immer passieren, dass ein Embryo den Auftauprozess nicht übersteht, aber wenn sie Kryotransfere ohnehin nur mit Tag 5 Embryos machen, kann man auch vor dem Einfrieren soweit kultivieren und schauen ob sie es überhaupt bis Tag 5 schaffen.

Zum weiteren Vorgehen haben wir vereinbart, dass wir im Januar noch einen weiteren Versuch der interrelationären Eizellspende machen. Das heißt also eine weitere Stimulation bei mir mit Gonal F 150, nach Flare Up Schema wie beim letzten Mal. Cleo wird wegen der besseren Chancen nun doch noch einmal für den Frischversuch ihren Zyklus per Pille mit meinem abstimmen und dann mit Estradiol starten (statt, wie wir in Erwägung gezogen hatten, mögliche Embryonen alle einzufrieren und von vornherein als Kryoversuch im natürlichen Zyklus zu planen).

Sollte es nicht dazu kommen, dass wir einen Embryo zum transferieren haben, haben wir die Option, noch den Embryo von Cleo einzusetzen. Wir sind nun mittlerweile an dem Punkt, dass wir das auch tun würden, denn es stellt sich ja die Frage wie sinnvoll das ist, es immer und immer wieder nur bei mir zu probieren. Ich werde dieses Jahr 44 – und die Chancen auf gute Eizellen und ein daraus entstehendes Kind werden quasi monatlich immer kleiner. Unsere Überlegungen gehen also in die Richtung, nach diesem Versuch (wenn es weder mit meinen Eizellen noch mit dem Kryo-Embryo klappen sollte), eher wieder eine IVF bei Cleo zu versuchen. Sollte sie mit ihren eigenen Eizellen schwanger werden, hätten wir die Option, bei mir noch einmal auf gut Glück eine IVF für eine spätere Geschwister-Kryo zu machen. Auch das haben wir schon mit der Ärztin besprochen. Also unschwer zu erkennen, wir denken bereits sehr weit und viele Optionen durch.

Diese ganzen Details hat uns die Ärztin danach noch einmal per Mail zur Kontrolle geschickt, wir haben diese noch ergänzt. Man bemüht sich also redlich, die Kommunikation zu verbessern…


Nachdem dieser Beitrag schon fertig war, erfolgt noch kurzfristig ein Update: Heute ist Zyklustag 1, es geht also wieder los. Werden wir dieses Mal mehr Glück haben?

4 Gedanken zu “Interrelationäre Eizellspende – so geht es jetzt weiter

  1. Erst mal wünsche ich euch ganz viel Glück für den schon begonnennen Zyklus.

    Es ist schön zu lesen das so gut wie alles geklärt werden konnte und man euch sogar die Kosten stornieren möchte. Das mindert den entstandenen Ärger natürlich nicht, aber schont den Geldbeutel x) Ich hoffe das man euch verstanden hat und nun alles besser läuft.

    Gefällt 1 Person

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