Interrelationäre Eizellspende (3. Versuch): ZT17

Am Freitag waren wir zum 3. Ultraschall. Leider konnte die Ärztin nur einen großen Follikel rechts sehen, dahinter evt. noch einen kleinen. Die Freude und Hoffnung, dass doch mehr Eizellen gewonnen werden könnten, löste sich also wieder in Luft auf. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich nun nach einem Schall schon mit einem Gefühl von Enttäuschung in einer dieser kleinen Kabinen wieder in meine Hose geschlüpft bin. Der große Follikel war mit 20,7 schon eigentlich groß genug zum Auslösen, da aber Sonntags keine Punktionen gemacht werden, haben wir erst Samstag ausgelöst und heute fand die Punktion statt.

Aufgeregt war ich so gut wie gar nicht mehr. Ich hoffte nur, dass dieses Mal nicht wieder so ein Problem mit dem Zugang auftreten würde und man mir wieder endlos im Arm herumstochert. Aber Dr. W., mit dem wir jetzt mit Abstand die meisten Termine hatten und der auch damals die erste Punktion bei meiner Frau gemacht hat, schaffte es glücklicherweise sehr gut, meine Vene zu treffen. Mein Puls lag so um die 68, mir wurde also attestiert eine entspannte Patientin zu sein.

Ich bekam dieses Mal Rapifen zur Schmerzbekämpfung, muss allerdings sagen, dass es für mich im Schmerzemfinden kaum einen Unterschied machte im Vergleich zur Punktion, die nur mit zwei Paracetamol und einer Diclofenac stattfand. Dr. W., der unserem Eindruck nach wirklich gut schallt und auch sehr exakt punktieren kann, punktierte also auf der rechten Seite den großen und den sehr kleinen Follikel, auf der linken waren aber auch noch zwei mittelgroße und ein sehr kleiner. Diese hatte die Ärztin am Freitag gar nicht richtig gesehen…Man kann diesen Eingriff übrgigens auch als Patientin die ganze Zeit über einen Ultraschall-Monitor mitbeobachten.

Anschließend warteten wir im Nebenzimmer bei einem Kaffee auf die erste Rückmeldung des Labors. Dr. W teilte uns dann mit, dass drei Eizellen gefunden werden konnten und diese nach dem ersten Eindruck auch ganz gut aussähen. Das ist jetzt natürlich eine wirklich tolle Ausbeute, denn mehr als eine war es bei mir ja bislang nie, und nach dem Schall am Feitag hatten wir jetzt nicht wirklich mehr damit gerechnet, auch wenn Cleo schon meinte, die Ärztin hätten ihrer Meinung nach nicht besonders gut geschallt.

Nun werden wir mit großer Spannung den morgigen Anruf erwarten und hoffen sehr, dass wir uns über eine gelungene Befruchtung  freuen dürfen und nicht wie beim letzten Versuch im August niederschmetternde Nachrichten bekommen.

Und nun noch eine Geschichte aus der Rubrik „Liebe Kinder (und Erwachsene), bitte nicht nachmachen!“: Am Samstag abend haben wir ja die Auslösespritze zur Eizellreifung geben müssen. Dabei passierte wegen des Unterdrucks im Flacon ein Mißgeschick und Cleo flutschte der Kolben weg, so dass einige Tropfen des Pregnyls auf unserem Küchentisch landeten. In der Spritze waren dann nur noch 0,8 ml statt 1 ml. In einer Kurzschlußrekation saugten wir dann die verbliebenen Tropfen vom Tisch auf und Cleo spritzte es mir in den Bauch. (Ja, genau: wie bescheuert kann man sein?🤦‍♀️ In dem Moment erschien es uns so wichtig, auch ja jedes Tröpfchen in den Körper zu bekommen)

Am nächsten Morgen stellte ich dann voller Schrecken an meinem Bauch eine verdickte und schmerzende Stelle fest, die zunehmend berührungsempfindlich wurde. Offenbar hatte sich die Injektionsstelle entzündet. Ich konnte einfach nicht fassen, wie blöd wir waren, dass wir das wichtigste außer acht gelassen hatten: steril arbeiten!!! Was haben wir uns so über uns selber geärgert! Ich hatte den ganzen Tag Sorge, einen Spritzenabzess zu entwickeln und traute mich gar nicht mehr, an meinem Bauch herumzutasten. Glücklicherweise hat es der Körper dann doch geschafft, die Entzündung einzudämmen und heute morgen war es dann schon wesentlich besser. Da sind wir echt noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen. Mehr Glück als Verstand wie man so schön sagt.

Definitiv nicht zur Nachahmung empfohlen!

2 Gedanken zu “Interrelationäre Eizellspende (3. Versuch): ZT17

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