Leben als Regenbogenfamilie – Teil 1: Fragen nach der Herkunft

Als Frauenpaar ein Kind zu haben, bedeutet für uns auch immer wieder, mit den Fragen der Umgebung zu leben.

Wo kommt euer Kind her? Wie habt ihr es gemacht?

Mann-Frau-Kind(er) Familien und auch Alleinerziehende müssen sich einer solchen Frage für gewöhnlich nicht stellen, ganz gleich wie das Kind entstanden ist.

Ich kann das Interesse durchaus verstehen – wenn ich nämlich ein anderes Frauenpaar mit Kind(ern) sehe, kommt auch bei mir die Frage auf, ob die Kinder wohl adoptiert oder aus einer Vorbeziehung sind, oder welche von beiden wohl ausgetragen hat.

Gleichgeschlechtliche Paare kommen nun mal nicht durch gemeinsamen Sex an ein Kind, und das wissen alle. Deshalb ist mir die Neugierde hinter der Frage „wie haben die es wohl gemacht?“ total nachvollziehbar. Weniger nachvollziehbar ist dann die unverblümte Art, mit der man das dann manchmal gefragt wird. Cleo findet das meistens grenzüberschreitend und ärgert sich. Ich bin da etwas ambivalent.

Einerseits ist die Intimität, die die Frage mit sich bringt, oft der persönlichen oberflächlichen Beziehung zum Fragesteller überhaupt nicht angemessen. Andererseits – die Leute fragen sich das halt, und wenn sie es nicht laut aussprechen, kommen mitunter etwas merkwürdige Dinge dabei heraus. So bekam ich zum Beispiel mit, dass ehemalige Arbeitskollegen von mir bei Betrachtung der Geburtskarte die wir gemacht hatten, bemerkten „Oh, da habt ihr den aber früh bekommen, noch ganz klein“. Sie gingen nämlich automatisch davon aus, dass wir unseren Sohn adoptiert hätten, die Möglichkeit, dass eine von uns ihn ausgetragen haben könnte, kam ihnen gar nicht in den Sinn. Die Frau meines Cousins hingegen, die wusste, dass Cleo unseren Sohn geboren hatte, fragte ob meine Frau denn mit einem Mann geschlafen habe und ob das geplant gewesen sei oder quasi, ups, fremdgegangen und schwanger geworden. Menschen spekulieren also zweifellos darüber, wo unser Sohn herkommt, und da ist es mir lieber, sie fragen direkt, als dass unzutreffende Theorien umherspuken. Und letztendlich ist ja eine gewisse Offenheit von uns auch etwas, dass vielleicht beitragen kann, Berührungsängste und Vorurteile bei anderen, die vielleicht noch nie (bewusst) enger mit queeren Familien in Kontakt waren, abzubauen. Auch soll unser Sohn ja so offen wie er mag über sich und seine Entstehung aufgeklärt sein und darüber auch kommunizieren dürfen. Dieser Anspruch würde sich nicht so gut damit vertragen, wenn wir als Eltern uns ausschließlich bedeckt und geheimnisvoll zu seiner Herkunft geben würden.

Trotzdem kommt man sich oft über die Maße exponiert und ausgefragt vor. Sogar bei uns in der Kita, beim ersten Elternsprechtagstermin wurden wir von einer Erzieherin dazu gelöchert. Ich finde es ja vollkommen okay, wenn danach gefragt wird, ob es einen sozialen Vater im Leben des Kindes gibt, oder andere Fragen, die uns als Familienform betreffen und die für die Erzieherinnen wichtig sind zu wissen (z.B. wie nennt uns unser Sohn). Aber müssen die expliziten Zeugungsdetails erfragt werden? Wofür ist das wichtig außer für die Befriedigung der eigenen Neugierde? Cleo hat später noch mal das Gespräch gesucht, um deutlich zu machen, dass ihr das doch zu invasiv war. Sie hat sich über die Fragerei geärgert und auch darüber, dass wir dann doch – um das Gespräch nicht unfreundlich werden zu lassen – mehr beantwortet haben als wir eigentlich wollten. Meine Frau würde sich überhaupt wünschen, dass es den Leuten einfach egal ist, wo unser Kind herkommt.

Wenn jemand fragt, habe ich mir angewöhnt zu sagen: „Wir waren in Kinderwunschbehandlung. Es gibt keinen sozialen Vater, aber Lino kann den Spender später kennenlernen, wenn er das möchte.“ Ich komme mittlerweile ganz gut damit klar, das so zu sagen. Für mich sind es nicht zu wenig und nicht zu viele Infos. Wenn jemand noch mehr wissen möchte, mache ich das sehr abhängig davon, wie gut man jemanden kennt und wie vertrauensvoll die Basis ist. Manchmal passt es, manchmal aber auch nicht. Und es ist dann schon eine Herausforderung, die Grenze zu ziehen und zu sagen „das geht außerhalb unserer Familie eigentlich niemanden was an“ oder „das wird mir jetzt zu privat, mehr will ich dazu gar nicht sagen“.

Es bleibt ein ständiges Ausbalancieren von Schutz der Privatsphäre (auch der unseres Sohnes!) und dem offenen Umgang mit dem Thema, und das ist etwas, das auch nie abgeschlossen ist, sondern immer und immer wieder neu vorkommt und vorkommen wird, und bei dem auch wir uns immer mal wieder neu positionieren und ausrichten müssen.

Insgesamt ist es ein ziemliches Spannungsfeld, in dem wir uns bewegen. Diese Spannung ergibt sich auch aus der Ablehnung mancher Menschen bzw. Strömungen gegenüber der Sichtbarkeit von LGBTIs. Der zaunfink hat hier mal einen sehr lesenswerten Text geschrieben, in dem er ausführlich erläutert, warum Homosexualität auch für die offen schwul und lesbisch lebenden Menschen immer noch mit Scham verknüpft ist. Man möge dies doch bitte für sich behalten. Die sollen ja machen, was sie wollen, aber bitte keine Zuneigungsbekundungen in der Öffentlichkeit und vor allem bitte die armen unschuldigen Kinder damit verschonen. Die intimen Fragen danach, wie unser Kind gezeugt worden ist, stehen für mich dazu in einer geradezu absurden Widersprüchlichkeit.

Übrigens löchern uns durchaus die älteren Kinder in der Kita immer wieder. Wenn wir Lino abholen, durchqueren wir immer einen großen Spielflur, in dem in den Nachmittagsstunden viele Kinder im Alter zwischen vier und sechs aus den älteren Gruppen herumtoben. Dabei kam es schon öfter zu Verwirrung, weil die Kinder dann gefragt haben, wer wir sind. Wenn wir ihn beide abholen, sagen wir dann auch, dass wir seine Eltern sind, Mama und Mami. Oder wenn nur eine ihn abholt, dann kann es sein, dass schon mal ein Kind sagt: „aber die Mama von Lino ist doch eine andere, wer bist du denn?“ Wir hatten also schon das ein oder andere Flurgespräch mit Kindern, in denen wir dann z.B. erklären, dass wir verheiratet sind. „Hääää, das geht doch gar nicht!“ Kinder fragen ganz schön viel und unverblümt, und ganz ehrlich, manchmal beantworte ich die Fragen gerne, aber mir ist das manchmal auch zu viel und ich bin nicht immer in Stimmung, mich immer wieder erklären zu müssen. Ein wenig Unsicherheit entsteht auch dadurch, dass Kinder auch so etwas sagen wie, dass zwei Frauen doch kein Kind bekommen können. Das ist schon ein etwas heikles Thema, denn inwieweit darf man fremde Kinder „aufklären“? Wir haben das irgendwann den Kita-Mitarbeiter*innen gesagt – also in dem Sinne: „Hey, die Kinder fragen uns danach und es kann sein, dass sie das auch in eurer Gruppe thematisieren oder zu Hause erzählen, dass eine Frau auch eine Frau heiraten kann, oder dass die sogar Kinder bekommen.“ Welche Dynamiken sich dann dadurch noch entwickeln und welche Fragen daraus entstehen, die andere Kinder dann zu Hause beim Abendbrot mit ihrer Familie diskutieren, bleibt für uns da erst mal weitgehend im Dunkeln. Mittlerweile ist es ja so, dass manche Kinder schon über uns Bescheid wissen und die anderen darüber aufklären. „Das ist der Lino, und der hat zwei Mütter, eine Mama und eine Mami.“ Das ist dann wiederum auch schön zu erleben, dass uns die Kinder dann einen Teil einfach abnehmen.

Liebe Regenbogenfamilien, wie sind Eure Erfahrungen damit? Werdet ihr auch nach der Entstehung eurer Kinder gefragt, oder eher nicht? Wie geht ihr damit um, welche Antworten gebt ihr?

Liebe andere, wie habt ihr eure Kinder aufgeklärt oder wie wollt ihr das tun? Finden darin andere Familienmodelle auch Raum? Was für eventuelle Vorbehalte, Schwierigkeiten oder Gründe spielten dabei eine Rolle? Wie würdet ihr euren Kindern antworten, wenn Sie euch fragen, wie zwei Frauen oder zwei Männer ein Kind zusammen haben können?

Buchtipps:

  • Wie entsteht ein Baby? Ein Buch für jede Art von Familie und jede Art von Kind. Von Cory Silverberg und Fiona Smyth. Wir haben es gerade erst erhalten, und sind von der Darstellung begeistert. Das Buch beschreibt bunt und kindgerecht Zeugung auf der Ebene von Eizelle und Samenzelle, dem Wachsen in der Gebärmutter und stellt auch beide Geburtsarten gleichwertig nebeneinander dar. Es stellt dabei offene Fragen, die Eltern mit ihrem Kind besprechen können („Wer hat dabei geholfen, dass die Eizelle und die Samenzelle zusammenkamen, aus denen du entstanden bist?“)
  • Der Hase mit der roten Nase von Helme Heine. Das Buch ist auch für kleine Kinder geeignet. Wenig Text in Reimform. Es geht um einen Hasen, der eine rote Nase und ein blaues Ohr hat, und sich dadurch von anderen Hasen unterscheidet. Die Tiere wunderten sich sehr, wo kam denn dieser Hase her?“

    Das Buch beantwortet die Frage übrigens nicht, zeigt aber das es in manchen Situationen durchaus vorteilhaft sein kann, sich von anderen zu unterscheiden – und so lernt auch der kleine Hase seine Besonderheit zu schätzen.

9 Gedanken zu “Leben als Regenbogenfamilie – Teil 1: Fragen nach der Herkunft

  1. Sehr schön und informativ geschrieben 👍
    Vielen Dank für den Einblick 😊
    Also bei uns ist das ganze kein Thema, da wir immer wieder sagen, man verliebt sich in den Menschen und nicht in das Geschlecht😉!!!! Klar wissen unsere Mädels das es viele verschiedene „Arten und Weisen“ gibt ein Kind zu bekommen. Fragen dazu wurden steht’s so offen und ehrlich wie nur möglich beantwortet. Mein Bekanntenkreis/ Freundeskreis ist bunt ( Trans, Homosexuelle, Bisexuelle etc) von daher, wie gesagt, spielt das alles keine Rolle da TOTAL NORMAL 😀

    Eine Frage ( wenn es ok ist)
    Wie hat die Erzieherin denn reagiert als Cleo nochmals das Gespräch suchte und sagte, dass das doch zu viel Neugier war?

    Viele Grüße

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    • Die Erzieherin schien interessanterweise erleichtert zu sein, dass meine Frau das Thema noch mal ansprach, da sie wohl auch gemerkt hatte, dass das nicht so stimmig gelaufen ist. Cleo bot ihr dann quasi die Begründung an, dass man sich natürlich auch für die Lebenswelten anderer interessiert und der Hintergrund vermutlich war, dass man Linos Lebenssituation besser verstehen wolle. Das griff die Erzieherin dankbar auf und konnte auch darauf eingehen, dass die Fragen zu persönlich geworden sind. Meine Frau sagte dann auch noch, dass auch wir ja erst lernen müssen, wie wir uns Fachpersonen gegenüber äußern und wo wir Grenzen ziehen.
      Es ist schön zu lesen, dass du deine Kinder so offen erziehst. 😊 Wir erfahren leider häufiger, dass Leute (v.a. Erzieher*innen) an ihre Grenzen geraten, auch wenn sie uns gegenüber vorher einen selbstverständlichen Umgang mit Regenbogenfamilien zum Ausdruck brachten. In konkreten Situationen mit den Kindern merken wir aber, dass es Ihnen schwer fällt und sie schlicht ergreifend keine Konzepte oder Schablonen vor Augen haben, um so zu reagieren, dass unser Kind nicht verbal ausgegrenzt wird (Bsp. nur Mutter-Vater-Kind spielen, immer Mama und Papa sagen anstatt Eltern usw.) oder auch ins Straucheln geraten, wenn mal konkrete Nachfragen gestellt werden. Deswegen bin ich da immer vorsichtig, wenn jemand signalisiert: „Das ist ja für uns kein Thema, alles ganz normal!“ 😉 Aber ich denke, da bist du vermutlich besser „geschult“, wenn du LGBTs im Freundeskreis hast und deine Kinder dann tatsächlich mit dieser Normalität im Umfeld aufwachsen. Das ist wirklich viel wert!

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      • Ja, deine Vorsicht kann ich verstehen…. gesagt, dass das alles kein Thema sei und total normal, ist es schnell….
        Aber bei uns ist es wirklich so. Der Onkel der Mädels ist Homosexuell, wir sind demnach, bevor der Freundeskreis dazu kam, damit groß geworden 😉. Und ja, ich bin tatsächlich ein wenig stolz darauf, das unsere Familie das so sieht und wir es auch so leben.
        Alles liebe für euch

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  2. Wir hatten ein sehr gutes Aufklärungsbuch für Ende Kindergarten und Grundschule, das leider nicht mehr verlegt wird, weil es vielen Eltern zu explizit war. Es ließ keine Fragen offen. Neben der eigentlichen Aufklärung zum Thema Sex und Zeugung gab es auch ein Kapitel zum eigenen Körper und auch ein Kapitel, wie Familie sein kann. Da gab es das klassische Patchwork, ein homosexuelles Paar mit Kind (die Frage nach dessen Herkunft wurde aber nicht geklärt) und auch die alleinstehende Oma war Familie mit ihrer Freundin, die in einer WG lebten. Das nette an dem Kapitel war, dass das eigene Kind dann viele Fragen stellen konnte und man konnte sich unterhalten.
    Mich erinnert die Hartnäckigkeit der Fragen an die Frage: „Wo kommst Du denn her?“ wenn jemand äußerlich nicht typisch deutsch aussieht. „Aus Hamburg.“ „Nein, wo kommst Du wirklich her?“
    Es ist gut, zu lesen, was man mit solchen Fragen anrichten kann. Die Frage: „Wo kommst Du her?“ verkneife ich mir schon lange. Spielt ja auch keine Rolle. Und nach der Zeugung von Kindern frage ich so auch nicht. Wobei ich das auch noch nie getan habe. Weil es wirklich eine sehr intime Frage ist.

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    • „ein homosexuelles Paar mit Kind (die Frage nach dessen Herkunft wurde aber nicht geklärt)“
      Eigentlich schade, denn da wird es ja interessant 😉Aber genau wie du sagst, man muss mit seinen Kindern im Gespräch sein und ich finde es auch legitim zu sagen „das weiß ich gerade auch nicht genau“, wenn man es eben tatsächlich nicht weiß.
      Das Buch von Silverman, das ich empfohlen habe, ist tatsächlich schon für sehr kleine Kinder geeignet. Es ist kein sexuelles Aufklärungsbuch, (dafür kann man dann in der Tat noch mal etwas anderes nutzen), lädt aber ebenso zum Gespräch zwischen Eltern und Kind ein.

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  3. Danke für den interessanten Beitrag! Eigentlich wollen wir auch unsere Erfahrungen als Regenbogenfamilie verbloggen, aber in der Praxis klappt es leider aus Zeitmangel einfach nicht…

    In vieler Hinsicht machen wir ähnliche Erfahrungen bzgl. der Herkunftsfrage. Eigentlich wollen wir solche Fragen so beantworten, dass es für Paare wie uns beispielsweise Möglichkeiten A, B, C und D gibt und offen lassen, welche wir davon gewählt haben. Das klappt leider nicht immer… Insbesondere weil es mir auch schwer fällt, in einem eigentlich bis dahin netten Gespräch zu sagen, dass etwas die Person nichts angeht, wenn eine uns zu persönliche Frage kommt. Im Endeffekt habe ich dann manchmal mehr erzählt als ich eigentlich möchte und ärgere mich hinterher darüber. Aber in letzter Zeit sind die Fragen weniger geworden, das ist angenehm. Gründe dafür sind vermutlich, dass wir weniger außerhalb unseres Freundes- und Bekanntenkreises unternehmen (bspw. keine Babykurse mehr, da war es teilweise schlimm). Und im Kindergarten, wo Nr. 12 gerade startet, gibt es schon zwei andere (Geschwister-)Kinder, die zwei Mamas haben. Das ist echt von Vorteil, nicht die ersten zu sein. Auch wenn diese Familie natürlich auch manche Dinge anders handhabt als wir, sind wir ihnen sehr dankbar für die geleistete Vorarbeit. Die Kinder (und Erzieher_innen) nehmen das einfach so hin und fragen nicht weiter nach. Das ist auch ansonsten eine Erfahrung, die wir immer wieder machen: Kinder sind viel weniger festgefahren und akzeptieren „Abweichungen von der Norm“ viel eher, Erwachsene tun sich da oft schwerer. Zumindest die Kinder, die nicht aus extrem homofeindlichem Umfeld kommen.

    Manchmal(/oft) ist es einfach anstrengend und ich bin soooo müde, immer wieder zu erklären und genieße es, einfach mal nicht als etwas besonderes wahrgenommen zu werden. Aber irgendwie fühle ich mich doch auch verpflichtet, Erklärungen zu liefern, weil ja gerade Kindern gegenüber so viel bewegt werden kann und vielleicht die Welt etwas offener wird dadurch. Was ich noch unangenehmer finde als offenes Fragen ist anstarren ohne zu fragen. Also wenn ein Kind bspw. ganz offensichtlich eigentlich gerne Fragen stellen würde, es aber von Begleitpersonen davon abgehalten wird (und diese nicht nett gucken dabei, theoretisch könnten sie das Kind ja auch aus Rücksicht vom Fragen abhalten). Meine Reaktion ist dann meistens Rückzug, weil ich mir vorstelle, was diese Begleitpersonen wohl dem Kind für Horrorgeschichten erzählen. M.s Strategie ist da gesünder, sie sucht dann eher die Flucht nach vorn und spricht das Kind in einem günstigen Moment von sich aus an.

    Zusammenfassend: Für uns und unser Umfeld sind wir eine Familie wie jede andere. Wenn wir unser Umfeld verlassen, wird es oft anstrengend und deprimierend zu sehen, wie rückständig die Gesellschaft in vielen Bereichen ist. Aber es gibt auch positive Erfahrungen, und auf diese versuchen wir uns zu konzentrieren. Auch wenn das leider nicht immer gelingt.

    Wir freuen uns schon auf eure nächsten Artikel! 🙂
    Liebe Grüße

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    • Vielen Dank für das Teilen Eurer Erfahrung!☺️

      „Eigentlich wollen wir solche Fragen so beantworten, dass es für Paare wie uns beispielsweise Möglichkeiten A, B, C und D gibt und offen lassen, welche wir davon gewählt haben. “
      Ja, das wollte meine Frau auch gerne so handhaben und hat es auch ein paar mal so beantwortet, aber in der Umsetzung wirkt das dann eben oft etwas … sagen wir mal, „hölzern“. Es ist schwer, sich damit so richtig wohl zu fühlen.

      „Im Endeffekt habe ich dann manchmal mehr erzählt als ich eigentlich möchte und ärgere mich hinterher darüber.“
      Das passierte uns auch schon öfter.

      „Und im Kindergarten, wo Nr. 12 gerade startet, gibt es schon zwei andere (Geschwister-)Kinder, die zwei Mamas haben.“
      Das ist sehr vorteilhaft! Bei uns sind wir trotz großer Einrichtung in einer Großstadt tatsächlich die ersten und müssen somit auch die manchmal mühselige Pionierarbeit leisten.

      „Manchmal(/oft) ist es einfach anstrengend und ich bin soooo müde, immer wieder zu erklären und genieße es, einfach mal nicht als etwas besonderes wahrgenommen zu werden.“
      Das häufige Erklären-Müssen ist auch nicht unsere Lieblingsbeschäftigung. Und anderseits will man das dann aber auch besonders gut machen, denn schließlich prägt man damit ja den Blick der Kinder oder Erwachsenen auf Regenbogenfamilien maßgeblich. Ja, es ist manchmal anstrengend…um so erholsamer ist es, dass wir jetzt nach und nach mehr Kontakte zu Regenbogengruppen bekommen und uns dort mal einfach nur wie eine Familie unter viele fühlen können!
      Herzliche Grüße zurück!

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  4. Ich mache sehr ähnliche Erfahrungen wie Du sie auch beschreibst.
    Das häufige Erklären-müssen stört mich eigentlich nicht, zum einen bin ich es aus anderen Kontexten gewöhnt und zum anderen trägt es ja auch dazu bei, die Welt des Gegenüber etwas vielfältiger und bunter zu machen.
    Wenn die Leute sehr dreist oder unvermittelt fragen, behalte ich mir aber auch vor, eine klare Grenze zu ziehen. Oder frech zu werden – die Aufforderung, doch mal zu erzählen, wie die eigenen Kinder denn genau entstanden sind, reicht meist als Entgegnung 😉
    Für die Kita hatten wir noch das Buch „Alles Familie“ angeschafft bei unserem Großen, die haben das auch mit den Kindern gelesen.
    Wichtig finde ich noch, die Kinder dahingehend zu stärken, wie sie mit „doofen Kommentaren“ anderer umgehen können. Zb eben mit dem „2 Frauen können aber kein Kind haben“ etc.

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