Auf der Flucht vor dem Gesetz. Oder auch: dieses DSGVO-Unding.

Mittlerweile haben es ja sicherlich fast alle mitbekommen: die ab morgen geltende DSGVO macht der Blogwelt ordentlich zu schaffen. Und es gibt einige verschiedene Positionen dazu. Einige sind der Überzeugung, es beträfe private Blogs gar nicht. Manche setzen sich damit intensiver auseinander und versuchen netterweise für andere Anleitungen zu machen, z.b. dasnuf . Dann ist man auch ruckzuck beim Thema „Plugins“ und „äh…wasisteinPlugin…ischkannkeinepluginsweilichzahlnix“ und „selber hosten macht Datensicher, kostet aber Geld“…Andere setzen sich damit zumindest oberflächlich auseinander und installieren eine Cookie-Meldung und eine Datenschutzerklärung. Und hoffen das WordPress selber eine vernünftige Lösung anbietet bzw. für Rechtssicherheit sorgt. Die meisten nutzen dabei wohl den Datenschutzerklärungs-Generator von RA Thomas Schwenke, so wie auch ich. Wieder andere verschwinden in der Versenkung und löschen ihren Blog oder sämtliche Kommentare oder stellen auf privat, weil eine (berechtigte?) Angst vor irgendwelchen angeblichen teuren Abmahnungen grassiert. Wer auf Privat stellt, kann jedoch nur von denen gelesen werden, die eine Berechtigung anfordern, und hierzu braucht man wiederum einen WordPress Account. Es ist zum heulen. Die Blogwelt lebt von Kommunikation. Wie soll das noch funktionieren?

Ich habe wie viele andere nicht den Nerv und die Zeit, mich damit noch tiefergehend auseiandersetzen als bisher. Jedenfalls nicht jetzt. Es widerstrebt mir wahnsinnig, gerade jetzt den Blog auf privat zu stellen und ich bin eigentlich auch der Meinung, dass das alles zur Zeit extrem hochgekocht wird… aber ich werde das jetzt erst mal machen. Eine Dauerlösung soll das nicht sein. Ich liebe das Bloggen, es hilft mir und ich finde es wichtig (damit meine ich nicht nur diese bescheidene kleine Seite, sondern euch alle!)

Natürlich könnt ihr mir gerne Anfragen für den Zugang schicken, ihr braucht aber wie gesagt einen WordPress Account. Ist zwar schnell gemacht, den haben aber nun mal nicht alle und es täte mir sehr leid um die Leser*innen, die eben einfach so mal reinschauen und auch kommentieren. Auch diejenigen, die eben mal als Stippvistite auf den Blog kommen, meist um sich die Testreihen anzuschauen. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wie motiviert ich bleibe, Beiträge zu veröffentlichen, wenn man nur noch für einen sehr kleinen Personenkreis schreibt und sich nicht mal hypothetisch jemand zufällig auf den Blog verlaufen kann.

Ich denke, notfalls werde ich auch selber hosten. Wenigstens weiß ich mittlerweile, was das ist. 😉 Und falls jemand eine rechtssichere Lösung für die kostenlosen WordPress Blogs weiß, dann rückt gerne raus damit. Bis bald.


Mensch… Da hatte ich den Beitrag schon fertig, als ich den letzten Post von Arno von Rosen las. Meine Frau hat mich auch ermutigt – also, ich werde den Blog jetzt erst mal online lassen. Mal sehen was in den nächsten Wochen passiert und was WordPress noch macht.

5 Gedanken zu “Auf der Flucht vor dem Gesetz. Oder auch: dieses DSGVO-Unding.

  1. Ehrlich gesagt würde ich mich davon nicht zu sehr stressen lassen. Ich denke nicht, dass wir, die in sehr kleinem Rahmen bloggen, ernsthaft was zu befürchten haben. Wofür genau sollten wir denn abgemahnt werden?
    Ich weiß nicht ob du auf Instagram bist, aber da ist es ähnlich extrem mit dem Kennzeichnen von Werbung und der Angst vor Abmahnung sofern man das nicht tut. Die Frage ist, wann ist es Werbung und wann nicht. Wie lautet die Definition? Ähnlich ist es mit dem neuen Datenschutz. Wessen Daten genau sind hier tatsächlich gefährdet und ist nicht WordPress verantwortlich hier ein adäquates Update zu liefern? Also ich halte erstmal die Füße still und harre der Dinge. Sowohl auf Instagram als auch hier.

    Gefällt 2 Personen

    • Ich vermute ja auch, dass uns das in dem Sinne gar nicht betrifft. Die Abmahnungen sollen angeblich wegen sowas wie unlauterem Wettbewerb kommen, aber wir sind ja nun mal keine kommerziellen Anbieter und die Anzeigen werden wenn dann von WP geschaltet.

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  2. Liebe Manuka,

    ich bin eine stille Leserin und verfolge Dein Blog schon von Beginn an… auch ich bin Anfang vierzig und wünsche mir ein Kind (übrigens nicht erst seit gestern, aber das ist eine andere Geschichte – Dein Beitrag „Kinderwunsch mit ü40“ sprach mir aus dem Herzen)… es gibt noch weitere Parallelen, natürlich auch Unterschiede… ich jedenfalls freue mich gerade sehr, daß Du erstmal nicht auf privat umstellst, denn Deine Texte und Gedanken würden mir fehlen! Es ist einfach sehr ermutigend zu sehen, daß man nicht alleine ist. Jede geht ihren ganz eigenen Weg, findet einen gangbaren Pfad durch die gesellschaftlichen Gegebenheiten, die eigenen Wünsche und Vorstellungen, die kleinen und großen Herausforderungen hindurch… es ist spannend, wie die eigenen Grenzen dabei geweitet und gesprengt werden…
    Wie auch immer: klasse, daß ich Dich weiterhin lesen kann!
    An dieser Stelle: Danke 🙂

    Alles Gute Dir und Deiner kleinen Familie auf Eurem Weg.
    Ich drücke fest die Daumen für Euer zweites Kind – viel Glück!

    Juju

    Gefällt 1 Person

    • Vielen Dank! ❤️ Es tut gut, das zu lesen. Ich wünsche dir für deinen Kinderwunsch auch alles Gute und fänd es schön, weiter von dir Kommentare zu lesen. Aber wenn du wieder zu den stillen Leser*innen wechselst, kannst du zumindest weiter dabei bleiben, und das freut mich sehr.

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