Sonnenschein

Mir ist klar geworden, dass man doch echt auf die Idee kommen könnte, diese ganze Elternschaftssache wäre ein einziges Jammertal der Entbehrungen und Anstrengungen, wenn man meine letzten Beiträge liest. Das ist es auch.

Nein, neeeein, halt, das ist es natürlich nicht! 😀

Wir sagen es mindestens einmal am Tag: was für ein verdammtes Glück wir mit diesem Baby haben. Nicht nur dass es ihn überhaupt gibt, sondern dass er auch so ist wie er ist. Und das ist der Grund, warum ich wirklich nur innerlich und nur ganz kurz fluche, wenn mein Tag schon um fünf Uhr morgens beginnt.

Zunächst einmal ist er ja einfach nur ein normales Baby. Ein zartes weiches anschmiegsames Menschenbündel, das man mit ganz viel Freude durch die Gegend trägt und wirklich dauernd einfach nur küssen will. Das sein Gewicht seit seiner Geburt verdoppelt hat, was schon reicht, bei den Muttis sentimentale Seufzer auszustoßen, insbesondere wenn man die frühen Fotos anschaut. Wie klein! Wie zerbrechlich! Hach…

Und das macht uns bewusst, wie schnell sich so ein Menschlein entwickelt, wie flüchtig diese Zeit gerade ist. Aber auch: was er alles lernt innerhalb weniger Monate. Und das tut er ganz fleißig und erfüllt uns immer wieder mit Faszination. Das erste Lächeln. Das erste gelungene Greifen. Das erste Aufstützen auf die Arme. Das Produzieren von Spuckeblasen. Das Umgreifen seiner Füße und das Abziehen seiner Socken. Das erste Lachen und Kichern. Das Erkennen von Liedern. Das Begreifen von Abläufen und Zusammenhängen.

Und die Mamarazzi machen Fotos, Fotos, Fotos…versuchen die einmaligen Momente festzuhalten. So weit, so normal denke ich.

DSC07677

Wir lachen sehr viel. Ich glaube, die letzten Jahre haben wir nicht so viel gelacht wie in den letzten fünf Monaten. Selbst wenn sich der Kleine beschwert, macht er das so niedlich, dass man Schwierigkeiten hat ernst zu bleiben. Wir kaspern sehr viel mit ihm herum und bringen ihn genauso zum lachen wie er uns. Man kann sooo viel Spaß mit einem Baby haben, wenn man sich traut, albern zu sein.

Und dann gibt es neben dem, was man wohl mit so ziemlich jedem Baby erlebt, auch noch das, was unseren Sohn eben zu unserem Sohn macht.  Was wir oder auch andere an ihm besonders oder ungewöhnlich finden.

Dieser Blick!

Was Menschen als erstes auffällt, sei es dass sie den Bub in Natura oder auf Fotos sehen, ist der wache zugewandte Blick des Kindes. Intensiv…also, nicht auf so eine gruselige Hannibal-Lecter-mäßige Art und Weise! Sondern freundlich und offen und sehr in Kontakt. Er ist so ganz bei einem. Das war schon eigentlich direkt nach der Geburt so, obwohl sich das dann noch gesteigert hat mit seiner Fähigkeit weiter zu gucken und zu fixieren. Das Kind liebt Menschen aber auch wirklich. Er findet andere Leute total spannend und hat bislang auch vor gar nichts und niemandem Angst. Nur jetzt so langsam fängt er an, bei Menschen die er nicht so gut kennt zu protestieren, wenn die ihn auf den Arm nehmen. Aber richtige Furcht haben wir noch nicht bei ihm beobachtet.

Auge (2)

mit zwei Wochen

Quasselkind

Er ist sehr kommunikativ – sucht immer den Blickkontakt und „quatscht“ phasenweise sehr lange. Deswegen haben wir nun angefangen, mit ihm auch die Babyzeichensprache für einige Dinge zu nutzen, weil sein Bedürfnis nach Kommunikation offenbar sehr hoch ist und ihm das vielleicht gut tun wird, wenn er sich etwas früher als mit Verbaläußerungen verständlich machen kann. Gerade fängt er an mit Silbenketten („dadadada“) – so niedlich und lustig! Und er ist ein echt sehr fröhliches, kooperatives und ausgeglichenes Kind, das viel lächelt und so gut wie nie von jetzt auf gleich Alarm schlägt- er weist immer sehr moderat und „höflich“ darauf hin, dass seine Lage ihm gerade nicht behagt. Nur wenn man das über einen längeren Zeitraum ignoriert (was wir in der Regel nicht tun) endet das wirklich in Schreien und Tränen. Mit Ausnahme der berühmt-berüchtigten Entwicklungsschübe. In den Schubphasen ist sein Nervenkostüm dann doch immer etwas dünner und die Stimmung labiler. Aber grundsätzlich ist er ein echt entspanntes Baby. Cleos Mutter meinte er wäre so entspannt weil wir so entspannt mit ihm umgehen. Aber wir glauben, das ist einfach etwas, was er von sich aus so mitbringt (und wir versuchen möglichst wenig zu tun, was ihm seine Entspannung austreiben würde😉)

Der kleine Beobachter

Ungewöhnlich finde ich auch seine lange Aufmerksamkeitsspanne. Er kann sich echt intensiv und ausdauernd mit einer Sache beschäftigen, und er beobachtet sehr viel und mit Ausdauer. Das habe ich bei anderen Babys in der Form noch nicht gesehen, und ich finde das besonders schön weil ich als Baby nämlich genau so war (so sagte man mir jedenfalls). Da haben wir eine Gemeinsamkeit!

Blauauge

Apropos Gemeinsamkeit, es ist echt lustig, wie sehr das Kind mir äußerlich ähnelt. Mit meiner Frau hat er schon erkennbare Ähnlichkeit in den Gesichtszügen, vor allem die Augen. Aber vom Typ her ist er eher so wie ich – blond (allerdings sind die Haare noch spärlich), blauäugig, hellhäutig. Ziemlich verrückt, denn das war so nicht unbedingt zu erwarten (auch nicht vom Spender her). Meine Frau ist ja eher der „Herbstyp“ mit braunen Haaren und einem dunkleren Teint, und sie flucht ein wenig weil ihre ganzen Lieblingsfarben (grün, senfgelb, orange…) dem Jungen meist leider so gar nicht zu Gesicht stehen und er stattdessen mit mir seine Farbpalette (hellblau, hellgrau, eigentlich alles pastellige und vor allem blau in allen Varianten) teilt. Na ja, mir gefällt es und wir zwei passen auf Fotos großartig zusammen! ☺️

Langbein

Noch als er im Bauch von Cleo war hieß es immer beim Ultraschall oder von der Hebamme: lange Beine, große Füße! Das hat sich auch so bewahrheitet (die Füße hatten 9 cm bei Geburt) und ist immer noch so. Diese winzigen Babysocken konnten wir mal direkt aussortieren. Leider passen ihm auch so manche Strampler deshalb nicht, oder zumindest muss man sie schon vorzeitig aussortieren. In den Hosen trägt er jetzt auch schon 74, obwohl er erst 68 cm Körperlänge hat. Na ja, Cleo und ich waren als Kinder beide auch langbeinige Bohnenstangen und kennen das Dilemma von ewig zu kurzen Klamotten. Durch die langen schlanken Beine hat er aber auch weniger die kompakten Proportionen eines Babys und sieht schon mehr aus wie ein kleiner Junge, besonders wenn man ihn auf dem Arm hat. Ich sage immer „der steht doch gleich auf und geht zur Arbeit, oder?“ Er sieht einfach schon so „groß“ aus und ist doch noch ein kleines Baby!

Spielebogen

Babyglück

Wir sind also neben der ganzen Müdigkeit, der fehlenden Zeit für sich selbst und den lahmen Schultern vom Tragen wirklich sehr froh und dankbar, dass wir diese Zeit mit unserem kleinen Knopf erleben und genießen dürfen. ❤️ Wenn die Nächte noch besser wären und er auch auf anderem Wege in den Schlaf finden könnte als durch Tragen oder Stillen, wäre alles wunderbar…aber das kommt auch noch. Irgendwann kommt der Tag, wo wir den Kleinen mühevoll aus dem Schlaf kriegen müssen, weil er in die Schule muss…dann denken wir an diese Zeit zurück. 😉

 

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3 Gedanken zu “Sonnenschein

    • Du bist in bester Gesellschaft. 🙂 Selbst unsere Frauenärztin meinte mal (als es um die langen Beine des Babys ging): „Sie sind ja auch beide recht groß…“ Da musste ich sie auch darauf hinweisen, dass er das von mir nicht haben kann 😉 Offenbar passiert das Leuten öfter, aber ich freu mich ja darüber weil es doch letzlich heißt, dass wir eben als Elternpaar wahrgenommen werden.

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  1. Ist bei uns auch so, dass die Kleine (blond und blaue Augen, obwohl es sowohl von mir als vom Spender eigentlich nicht zu erwarten war ;-)) ganz oft meiner Frau „zugeschrieben“ wird bzw. sie immer auf die Ähnlichkeiten aufmerksam gemacht wird. Ich finde das total super! Und – je älter sie wird, desto mehr wird das. Vermutlich, weil wir jetzt einfach mehr Leute kennen, die unsere Schwangerschaft nicht miterlebt haben und daher erst einmal ja gar nicht wissen, in welchem Bauch sie gewachsen ist 🙂 Ich finde, genau so muss es auch sein! ♥

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