Was wir über Geburt zu wissen glauben. Vielleicht.

Geburt.

Tja, Geburt.

Eject Baby

Vor der aktiven Kinderwunschzeit streifte nur ein gelegentlicher Gedanke über die Tatsache, dass ein Kind nicht nur in den Bauch hinein, sondern aus dem Bauch ja auch wieder heraus muss. Aber meistens beschäftigte man sich noch nicht allzu viel damit.

Wenn man sich allerdings in der Internetwelt bewegt, ist es kein weiter Weg von Kinderwunschthemen zu Schwangerschaft und Geburt. Und dann schwant einem schon bald etwas. Ein großer weißer Wal schwimmt unter der Oberfläche und bläst ab und an mal nach oben. Oha. Das kann ja was werden…

Dann hast du irgendwann den positiven Schwangerschaftstest, den Mutterpass, das Ultraschallbild in der Hand und weißt: jetzt wird es ernst. Und du fängst an, dich damit mehr auseinanderzusetzen.

Wo geht man hin zum Gebären? Wie läuft so etwas?

Unweigerlich öffnen sich zahlreiche Pop Ups im Gehirn mit all den Erfahrungen und Glaubenssätzen, allem was wir über Geburt jemals gelernt haben, und vermengen sich zu einem bunten Gewirr aus Wissen, Glauben und Geschichten. Manche nennen das „Mind Set“, ich würde es einfach Gedanken, Überzeugungen oder Kognitionen nennen.

Ich mache hier innere Inventur und erzähle euch von meinem Potpourri. Nehmt euch einen Keks, es wird ein bißchen dauern.

Die eigene Geburt:

Ich bin per Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Ob das gerechtfertigt war oder nicht, kann ich natürlich nicht beurteilen, dem behandelnden Gynäkologen im Krankenhaus (wo meine Mutter zur Kontrolle war, sie war über Termin und ohne Wehen) gefiel jedenfalls irgendetwas nicht – Fruchtwasser, Herztöne – keine Ahnung, jedenfalls schätzte er die Situation als kritisch ein, und meine Mutter tat wie ihr geheißen und ließ sich in Vollnarkose legen. Ich, ihr zweites Baby, wurde aus dem Bauch geschnitten und von fremden Händen abgenabelt, gebadet und angezogen. Mein Vater und meine Schwester wussten derweil nichts davon, da meine Mutter sie nicht mal vorher informieren konnte. Als meine Mutter im Aufwachraum nach mir fragte, zuckte die Schwester die Achseln und sagte „weiß nicht, ich glaube ’n Junge“. Meine Mutter glaubte also über mehrere Stunden einen Sohn geboren zu haben, bis sich dann das ganze später aufklärte. Bis vor wenigen Jahren behauptete meine Schwester übrigens steif und fest, dass mir die Nabelschnur um den Hals gewickelt gewesen sei, und dass das die Komplikation gewesen sei aufgrund derer ich a) nicht herauskommen konnte und b) wohl doch irgendwie Sauerstoffmäßig unterversorgt gewesen sei („wer weiß, wie klug du noch geworden wärst, wenn das nicht so gewesen wäre, haha“). Heute weiß ich, dass davon so ziemlich gar nichts stimmt. Nabelschnurumwicklungen sind zum einen sehr häufig und selten wirklich kritisch, zweitens bin ich wohl vor allem nicht rausgekommen, weil meine Mutter schlichtweg keine Wehen hatte. Drittens, klärte mich meine Mutter dann nach drei Jahrzehnten des Lebens mit Falschinformation endlich auf, sei die Nabelschnur laut OP-Personal um den Fuß geschlungen gewesen. Dennoch war meine Mutter stets davon überzeugt, der Kaiserschnitt hätte mir irgendwie seelisch geschadet („du hast dich nie durch den Geburtskanal kämpfen müssen, deshalb bist du wohl auch so wenig durchsetzungsfähig. Deine Schwester war ja gaaaanz anders“). Das war sie also, die einzige Geburt bei der ich je dabei war, und alles was mir darüber erzählt wurde hat mein Denken jahrelang geprägt. Nicht nur über Geburten allgemein, sondern natürlich auch über mich.

Ich habe also gelernt:

  1. Geburten passieren ins Krankenhaus
  2. wenn der Arzt sagt, man holt das Baby, dann macht man das
  3. Kaiserschnittkinder leiden an psychischen Mängeln
  4. ich verdanke mein Leben der modernene Medizin
  5. die Einbindung von Familie in die Geburt ist nicht so wichtig
  6. die Umstände seiner Geburt werden einem Kind immer wieder erzählt. Oft falsch

Cleo ist übrigens auf natürlichem Wege im Krankenhaus zur Welt gekommen. Man hielt ihre Mutter an, nicht öfter als 6 mal täglich zu stillen. So machte man das damals. So hat Cleos Mutter es dann auch gemacht. Vater und Bruder durften das Neugeborene eine Woche lang nur durch eine Glasscheibe anschauen.

Geburtsberichte aus dem Umfeld:

Ziemlich prägend für mich waren die 3 Geburten meiner Nichten und Neffen. Ohne die Geschichten im einzelnen zu beschreiben – daraus habe ich folgendes gelernt:

  1. Geburt ist machbar, aber das Gefühl des Kopfes im Geburtskanal ist „krass“ (O-Ton meine Schwester, in den 90ern war das Wort noch nicht so inflationär in der Jugendsprache in Gebrauch)
  2. Der Partner ist bei der Geburt dabei
  3. Bei Geburt schreit man seinen Partner und das Personal an.
  4. wenn man sich nicht so anstellt, kann man auch ein Kind aus Beckenendlage bekommen
  5. Jenes BEL-Kind darf sich den Rest seines Lebens anhören, dass es „mit dem Arsch zuerst kam“ und alle weiteren dummen Sprüche, welche der Familie dazu einfallen
  6. Die Fruchtblase kann auch ohne Not schon 4 Wochen vor Entbindungstermin platzen
  7. Wenn man sich dabei auf einem Schiff auf See befindet, wird man mit einem Hubschrauber ins nächste Krankenhaus gebracht

Ansonsten finde ich, hört man sehr unterschiedliche Geschichten über Geburt aus dem Umfeld. Überwiegend gehen die in die Richtung, entweder sehr oberflächlich zu bleiben, oder sofern detaillierter, doch eher die krass-negativen als die positiven. Zusammengefasste Highlights:

  1. das sind die schlimmsten Schmerzen, die du dir vorstellen kannst
  2. siehe Punkt 1, nur doppelt so schlimm
  3. du willst nur noch sterben
  4. du denkst auch stellenweise, du stirbst
  5. es kommen Tonnen von Blut, Schleim und Fäkalien aus dir heraus
  6. man kann so gebaut sein, dass das Kind nicht/nur schwer durchpasst
  7. Ohne PDA/Arzt/xyz hätte Mutter und/oder Kind das nicht überlebt
  8. habe ich schon Punkt 1 erwähnt? mal 100!!!!!!!
  9. aber hinterher ist dir das alles egal
  10. und Männer würden das sowieso nie schaffen.

Geburtsgeschichten in Film, Fernsehen usw.

Das Bild von Geburten in Film und Fernsehen sind schon echt interessant. Natürlich werden sie nicht immer gleich dargestellt, aber es gibt doch einen gemeinsamen klassischen Tenor.

  1. Geburt beginnt fast ausschließlich mit dem Platzen der Fruchtblase
  2. Dies passiert gerne in wirklich unpassenden Augenblicken oder an problematischen Orten (Aufzug)
  3. Jemand muss der Frau bei der Geburt helfen und ihr Anweisungen geben, sie kann das nicht alleine. Selbst wenn es nur der Taxifahrer ist, der sagt „Ma’am, Sie müssen jetzt pressen! Atmen, atmen!“
  4. Für Geburt braucht man unbedingt Handtücher und heißes Wasser
  5. Gebärende sind aggressiv oder panisch unter der Geburt, und schreien
  6. Partner reagieren kopflos und überfordert und sind eigentlich völlig überflüssig, gegebenfalls wird Ihnen die Hand zerquetscht oder sie fallen um. Oder sie laufen auf dem Krankenhausgang auf und ab (so eher in älteren Filmen)
  7. Im Krankenhaus erfolgt die Geburt im Liegen bzw. auf einem gynäkologischen Stuhl
  8. Nach der Geburt erfolgt unweigerlich der „aaawwwww“-Moment, in dem ein sauberes zuckersüßes Baby der Mutter in den Arm gelegt wird und alle die sich vorher gestritten haben, unweigerlich vertragen
  9. Geburtsdokus a la RTL2: Frau liegt, Frau stöhnt, Mann guckt bescheiden, Arzt sagt „also, es sieht so aus, Frau Dudeldum, wir sollten jetzt…“ Dramtische Hntergrundmusik, Kind wird interventionsreich geholt (Wehentropf, Kaiserschnitt), erschöpfte Frau, Mann mit Pipi in den Augen, Einblendung Baby mit Größe, Gewicht und fröhlicher plingplang-Musik. Ende.
  10. Und dann gibt es natürlich noch – ähm….jene „anderen“ Geburten. In der Comedy-Serie Coupling bezeichnet jemand Geburt als den „John-Hurt-Moment“, was vielleicht gut verdeutlicht, wie sich manche Geburt vorstellen. Das meint die Szene aus Alien, in der  John Hurt der Brustkorb aufplatzt und das Alien herausschlüpft. Hier in der blutfreien Variante von „Spaceballs“.

JohnHurt

Wer sich die krassere Vollversion im Original reinziehen möchte: Chestburster scene from Alien (1979) Geburt hat also was splattermäßiges, und im Zweifelsfall sollte man sich fürchten, vor dem, was da aus einem herauskommt

Geburtsberichte im Internet:

Was ich so im Internet gelesen habe, würde ich grob in drei Gruppen unterteilen:

ausgewogene Geburtsberichte: Frauen berichten über den Verlauf ihrer persönlichen Geburtserfahrung. Es gibt positive und negative Aspekte. Quintessenz meistens:

  1. eine gute Geburtsbegleitung ist sehr wichtig
  2. du kommst an deine eigenen Grenzen oder auch darüber hinaus
  3. auf eine gute Geburt kann man stolz sein
  4. xyz hätte man aber noch anders/besser machen können

traumatische Geburtsberichte: Frauen berichten über besonders schwierige Geburtsverläufe, in denen sie teilweise auch noch unnötigen/unsachgemäßen Eingriffen bzw. verbaler Gewalt ausgesetzt waren. Hier sieht das Fazit natürlich anders aus:

  1. Unter der Geburt bist du hilflos ausgeliefert und entmündigt
  2. Du erlebst furchtbare körperliche und seelische Qualen
  3. Medizinsches Personal ist übergriffig, nicht ehrlich und vor allem an den eigenen Wünschen orientiert
  4. Eine traumatische Geburt kann nachhalig erschüttern und es dauert lange, um sie emotional verarbeiten zu können
  5. schwierige Geburten können die Mutter-Kind-Bindung erschweren

göttergleiche Geburtsberichte: interessanterweise sind es nicht selten Frauen, deren ersten Gebursterfahrungen eher traumatisch waren. Sie erobern sich ihr Terrain zurück, werden Expertinnen in Sachen Geburt, gehen fortan allenfalls noch ins Geburtshaus, sind aber oft eher Hausgeburts – oder Alleingeburtsverfechterinnen. Die Wiedererlangung von Kontrolle und Würde scheint oft eine große Rolle zu spielen. Manchmal wird es auch ein bißchen esoterisch. Folgende Überzeugungen werden da  transportiert:

  1. natürliche Geburt kann völlig schmerzfrei sein
  2. Die Frau ist zum Gebären geboren
  3. Durch das Gebären ist die Frau eine Schöpferin
  4. Die Weisheit des Gebärens hat jede Frau schon in sich
  5. Gebären ist das Schönste und Erhabendste was es gibt
  6. Gebären kann lustvoll sein
  7. eine wahre Geburtsgöttin braucht keine Hilfe
  8. du musst das richtige „Mind Set“ haben, dann wirst du auch deine Traumgeburt bekommen

Geburtsbücher:

Hier gehe ich nur auf die ein, die uns hauptsächlich in der Schwangerschaft begleitet haben:

„Alleingeburt“ von Sarah Schmid

Das Buch wurde uns von einer Leserin des Blog empfohlen und wir haben ziemlich viel darin gelesen (ohne eine Alleingeburt zu planen). Die Haltung des Buches würde ich so beschreiben:

  1. fast alle Schwangerschaften und Geburten verlaufen ohne schwerwiegende Komplikationen
  2. durch die medizinische Maschinerie wird frau oft unnötigt verunsichert und verängstigt
  3. Frau kann selbst die Geburt im Vorfeld positiv beeinflussen
  4. am einfachsten und natürlichsten gebiert frau interventionsfrei allein zu Hause, im Wald oder wo immer sie sich wohl fühlt

„Hypnobirthing“ von Marie F. Mongan

Hypnobirthing…wäre allein einen Blogartikel wert. Dazu gibt es allerorten viel zu lesen. Frau Mongan gilt als Pionierin auf dem Gebiet, weshalb ich das Buch gekauft habe. Ich versuche es mal kurz zu fassen:

  1. das größte Elend bezüglich Geburten sind die medizinschen Interventionen, die zu weiteren Eingriffen und Hilflosigkeit führen, die Gebärende entmüdigen und sie von ihrer natürlichen Gebärkraft abschneiden
  2. Schmerz ist bloß im Kopf. Geburten tun nämlich gar nicht weh, das hat man uns bloß erfolgreich indoktriniert
  3. Angst macht Verspannung und Verspannung macht Schmerz. Wer entspannt ist kann schmerzfrei gebären
  4. der angebliche Drang zu pressen ist nur konditioniert
  5. der Schlüssel zu einer natürlichen Hypnobirthing-Geburt: sich „umprogrammieren“, positive Affirmationen entwickeln, das Kind mit innerer Liebe überschütten, und gefähr 10000 Mal die Regenbogenentspannung und andere Übungen machen, Dammmassage, und dann das Kind ganz entspannt mit ganz viel Oxytocin nach unten atmen ohne sich von anderen verrückt machen zu lassen

Hebammen:

Die gibt es natürlich auch noch!

  1. Geburt ist schmerzhaft, aber man kann etwas dagegen tun
  2. Schmerz ist hilfreich und sagt dir was zu tun ist
  3. Geburt ist ein natürlicher Vorgang, der in aller Regel ohne viel Hilfe zu meistern ist
  4. das erste Kind muss meistens „herausgeturnt“ werden

Was macht man jetzt aus diesem bunten Wirrwarr?

Tja, bestimmt ist es euch aufgefallen, dass diese Aussagen, die ich einfach mal so unkommentiert stehen lasse, durchaus widersprüchlich sind. Erschwerend kommt hinzu, dass sich wohl beim Thema Geburt schon abzeichnet, was sich auch in Bezug auf Elternschaft und Kindererziehung wohl ziemlicher Beliebtheit erfreut: irgendwie meint jede*, ihre persönlichen Erfahrungen auf den Rest der Menscheit verallgemeinern zu müssen. Welchen soll man nun Glauben schenken? Welche Gedanken nimmt man mit in die Geburt? Was erwartet man?

Einerseits kann man sich die Frage stellen, was ist denn eigentlich hilfreich, was ist ein guter, mutgebender Gedanke? Anderseits ist es uns aber auch wichtig zu schauen, welche dieser Überzeugungen wohl realistisch ist. Kann das so sein, macht das Sinn?

Das Destillat aus tausend Meinungen – unser Geburts-Credo

Geburt ist ein Abenteuer. Wir wissen letzendlich nicht, was auf uns zu kommt. Aber wir glauben daran, dass dieses Abenteuer zu meistern ist, und dass es mindestens ebenso spannend wie schwierig sein kann.

Wir sind überzeugt, dass die Umstände der Geburt, also das Setting, die Begleitung und vor allem die innere Befindlichkeit, einen erheblichen Unterschied machen, wie die Geburt verläuft. Wir glauben, dass ein ungestörter Geburtsverlauf, bei dem Cleo selbst bestimmen kann was sie tut, die leichteste und schönste Geburtserfahrung ermöglicht, die eben möglich ist, auch wenn dabei Schmerzen auftreten. 

Wir glauben, dass medizische Interventionen manchmal, aber eher in Notfällen Sinn machen, und diese Notfälle die Ausnahme sind und nicht die Regel. Und es deshalb nicht viel Sinn macht, sich ausgiebigst damit im Vorfeld zu befassen. Wir trauen uns zu, auch mit unvorhergesehenen Situationen zurecht zu kommen.

Cleo sagt „Ich mach das schon. Ich glaube irgendwie, ich kann das!“ Sie glaubt daran, dass sie in Entspannung und günstigstenfalls im Wasser ganz bei sich sein kann und ihr Körper ihr sagt, was zu tun ist. Und dass unser Baby auch spürt was zu tun ist und in seinem Tempo die Geburt aktiv mitgestaltet.

Und vor allem glauben wir, dass wir jetzt so langsam wirklich bereit sind für diese Erfahrung…

 

 

8 Gedanken zu “Was wir über Geburt zu wissen glauben. Vielleicht.

  1. Ich glaube das ist eine gesunde Herangehensweise 😊. Bisher sind nur die wenigsten Kinder drin geblieben 😉 … die Geschichte mit dem Helikopter hätte ich aber gerne ausführlicher gelesen 😂

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    • Meine Schwester befand sich mit dem Rest der Familie auf einem großen Fährschiff zwischen Finnland und Deutschland (ich war allerdings nicht dabei), als ihr beim Abendessen die Fruchtblase platze. Danach blieben die beiden größeren Kinder bei den Großeltern, während meine Schwester mit ihrem Mann per Hubschrauber auf die nächstgelegene Insel geflogen wurde. Mein jüngster Neffe ist daher von Geburt (auch) Schwede. 😊

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  2. Jaaaa, es gibt SO viel zu lesen und hinterher ist es doch immer anders als gedacht. Wie mit (fast) allen Dingen, die wir das erste Mal erleben, oder? Gelassenheit ist super, behaltet das mal so bei 😉 Und: Natürlich macht Cleo das, denn ja – sie kann das!

    Gefällt 1 Person

  3. Großartig zusammengefasst! Ich habe sehr gelacht. Besonders der Absatz über die Universalgelehrte Sarah Ich-habe-ein-Semester-Medizin-studiert Schmid, die wirklich ALLES weiß (siehe ihren Blog).
    Und ich verrate euch etwas: Es geht direkt im Wochenbett weiter mit den Widersprüchen (18:00 Uhr: „Geben Sie dem Kind keinen Schnuller, ein Schnuller ist kein Brustersatz!“ – 13 Uhr: „Sie können doch das Kind nicht ständig saugen lassen! Geben Sie ihm doch einen Schnuller, die Brust ist kein Schnullerersatz!“) und bei der Kindererziehung sowieso, da hat jeder seine eigenen Weisheiten, vor allem die Kinderlosen und alten Leute. Aber merke: Bei der Wahl des Spielzeuges scheiden sich die Geister und manch einer ist versucht, das Jugendamt zu informieren. Wenn ihr aber euer Mäusel ab und zu mal eine verpasst, ist das euer Ding, man möchte sich ja nicht in fremde Angelegenheiten einmischen.

    Gefällt 2 Personen

    • Ja, sowas schwant einem schon…richtige Glaubenskriege werden heutzutage über Kindererziehung geführt. Das wird noch ein interessantes Thema…

      Ich fand das Buch von Sarah Schmid schon in manchen Belangen informativ und anregend, aber teilweise auch etwas befremdlich und nicht immer stimmg. Kürzlich haben wir uns ein youtube-Video über ihren Familienalltag angeschaut und ich finde, sie ist schon auch ne echt schräge Person…die übrigens irgendwie nicht sonderlich liebevoll mit ihrem Nachwuchs wirkt. Na ja, war spannend mal einen Eindruck von ihr zu bekommen.

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  4. Ich kann deine/eure Gedanken gut verstehen. Ich habe mich auch eher in Richtung Hypnobirthing orientiert. (Gott sei Dank kann man sich ja alles so aussuchen, wie es für einen passt.) Ich kann der Theorie viel abgewinnen. Allerdings bin ich nicht davon ausgegangen, dass eine Geburt wirklich schmerzfrei sein muss. Aber davon, dass Entspannung bzw. entspannt sein definitiv nicht schaden wird und den Ansatz, den Tag der Geburt als Geburtstag des Kindes nicht vor allem im Vorfeld zum Schreckenstag sondern zum Freudentag zu erklären, das fand ich toll. Am Ende war unsere Tochter ein Kaiserschnitt, da sie die Nabelschnur viermal um den Hals hatte. Aber auch damit konnten wir sehr gut leben. Wir hatten eben „besondere Umstände“, wie sie auch vorkommen können. Wir konnten alles so wie es war annehmen und waren damit von Anfang an in Frieden. Ich glaube definitiv, dass meine/unsere Vorbereitung und unsere positive Haltung vor der Geburt dazu beigetragen haben. Das lag aber sicher auch an unserem babyfreundlichen Krankenhaus (das ist eine offizielle Auszeichnung) und daran, dass wir uns nie gezwungen/gedrängt oder vor vollende Tatsachen gestellt gefühlt haben. Die Ärzte und Hebammen haben sich immer mit uns abgesprochen.

    Ich wünsche euch eine schöne Geburtserfahrung, wie auch immer es laufen wird. Ich wünsche Euch, dass ihr für alles was und wie es kommt offen seid und es annehmen könnt und an allererster Stelle wünsche ich Euch, dass ihr beiden Mütter und das Kind am Ende fröhlich und gesund seid 🙂 .

    Gefällt 3 Personen

    • Vielen Dank! Ich finde den Gedanken an eine schmerzfreie Geburt zwar ganz reizvoll und vermute, manch gut auto-hypnotisierbare Frau, die auch bereits 1-2 Kinder bekommen hat, kann vielleicht eine schmerzfreie oder schmerzarme Geburt hinbekommen, aber auch das kann eben nicht als Messlatte für alle gelten und macht auch wieder nur unnötigen Druck.
      Ich weiß nicht, wie andere Bücher oder auch Kurse zu Hypnobirthing sind, aber in dem Buch von Frau Mongan war mir vieles viel zu dogmatisch, und es erscheint mir völlig unlogisch, ein Dogma (Geburt=lebensgefährlich, schmerzhaft, gehört ins Krankenhaus) gegen ein neues Korsett zu ersetzen (du MUSST die Atemübungen machen! Du MUSST die Regenbogenentspannung machen! Du MUSST die Dammmassage machen! Täglich!!!“) . Das ist nicht das, was ich mir unter selbstbestimmt vorstelle. Die Begriffe wurden teilweise auch so durcheinander geworfen (natürliche Geburt=interventionsfreie Geburt= selbstbestimmte Geburt = Hypnobirthing), dass es mich genervt hat. 😣

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