Die Angst vorm nächsten Mal

Heute ist Tag 13 des Pausezyklus. Zur Beobachtung haben wir seit ZT11 Ovutests gemacht, die aber bislang negativ waren. Normalerweise wäre zu diesem Zeitpunkt sonst schon ein LH-Anstieg zu sehen gewesen. Es scheint allerdings ziemlich oft vorzukommen, dass in einem Zyklus nach einer negativen IVF/ICSI entweder gar kein Eisprung vorkommt oder dieser nach hinten verschoben ist und somit auch den Zyklus verlängert. Zumindest findet man diese und ähnliche Fragen oft in Foren, wenn man googelt. Auch in unserem Infomaterial aus der Klinik steht, dass etwa 50% der Zyklen direkt nach einer ICSI nicht für einen Kryotransfer geeignet sind (ohne Gründe dafür zu nennen). Allerdings erscheint das ja auch irgendwie logisch: dass durch die hormonelle Stimulation die Eierstöcke aus der Puste sind und der natürliche Hormonhaushalt braucht, um sich wieder einzupendeln, und von daher auch der Uterus gar nicht optimal darauf eingestimmt ist, um ein kuscheliges Nest für einen kleinen Frostembryo zu sein. Somit können wir auch ganz in Frieden mit unserer Entscheidung sein.

Theoretisch würden wir in ca. 3-4 Wochen zum ersten Termin für die Kryo fahren, für Ultraschall und Vorbesprechung. Meine Frau hat aber zur Zeit ganz arge Bedenken, sich da dran zu trauen. Das eine ist die Situation auf der Arbeit, die ein anhaltender und aktuell kaum zu regulierender Stressor ist. Wir reden viel darüber und sie versucht ihr Möglichstes um eine Entschärfung zu erreichen, aber leider funktioniert das in den meisten Fällen nicht so gut. Sie hat sich jetzt nach einigem Ringen für die Woche im Oktober Urlaub nehmen können, in der am wahrscheinlichsten der Transfer stattfinden würde – jedenfalls so wie wir bislang gerechnet haben, aber wenn sich der Zyklus nun deutlich verlängern sollte, ist auch das nicht mehr so ganz sicher.

Das andere ist die Angst, wie es das nächste Mal sein wird. Ob die Kryoembryos „aufwachen“. Ob wir nicht wieder mit einem Negativ am Ende da stehen, das noch schwerer zu verkraften ist. Dann nur noch einen Versuch zu haben. Vor dem dann noch mehr Angst zu haben. Was, wenn… Cleo belastet das gerade schon ziemlich. Obwohl sie nicht erwartet hat, dass es sofort im 1.Versuch hinhaut, hat sie wiederum auch nicht damit gerechnet, dass wir irgendwann in Versuch Nummer 5 landen – vor allem wenn darin schon eine IVF enthalten war. Ich habe diese Angst zwar auch, aber gleichzeitig auch ein Gefühl von „weitermachenwollen“. Die Zweifel, die meine Frau an sich selbst hat, die habe ich so (an ihr) nicht, aber die Sorge, wie wir mit all dem fertig werden, lauert in mir auch irgendwo. Nur, die Angst wird ja nicht geringer, je länger man die nächste Runde hinausschiebt. 😕

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4 Gedanken zu “Die Angst vorm nächsten Mal

  1. Oh man… da hat sich bei euch ja auch ganz arge Resignation breit gemacht… Schon schrecklich, wie belastend es sein kann eine Familie zu werden… und es geht ja im Endeffekt nur ums Geld… wär es günstiger, hätten wir wohl alle kein Problem damit, wenn es mit dem Kinderwunsch erst in einem halben oder einem Jahr klappt… So aber ist es ein ständiges Auf und Ab zwischen Hoffnung und Frust…
    Von meiner Seite sind natürlich ganz arg die Daumen gedrückt… Ich denke, als wirklich schwangerwerdende Person ist es nochmal eine ganz andere Hausnummer, schließlich ist man ja „schuld“ daran, dass es nicht klappt und so viel kostet. Auch wenn dieses Schuldgefühl natürlich sehr irrational ist, ist es da – zumindest bei mir. Egal wie oft meine Partnerin sagt, dass das Geld kein Problem ist usw… irgendwie ist die Angst doch da…
    Aber wir schaffen das 🙂 Wir stehen das gemeinsam durch! Unsere Babys werden alle noch 2017er Sommerkinder 🙂

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    • Das Geld ist wirklich ein großer Belastungsfaktor, aber es geht ja schon um mehr. Ich denke, das sieht man auch daran, dass Heteropaare, die eine Kinderwunschbehandlung in Anspruch nehmen müssen, diese Zeit, die wachsende Anzahl der Versuche, ja auch nicht so ohne weiteres wegstecken nur weil ihnen (zumindest das meiste) davon gezahlt wird. Und der Faktor Zeit ist auch nicht mehr so ganz beliebig, wenn man schon Mitte dreißig oder älter ist – da kommt einem ein einzelner Zyklus schon ganz schön wertvoll vor.
      Ein Sommerbaby 2017 wäre jedenfalls schön 🙂

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  2. Ich bin auch ganz bei deiner Frau- was das Gefühl angeht es rauszögern zu wollen. Es ist ganz verrückt wie sehr sich alles verschiebt. Der Wunsch und die Angst. Die vielen Facetten von Sorge, Resignation, Hoffnung, Wünschen und all das gemischt mit dem Versuch nichts zu fühlen und alles ganz weit wegzuschieben. Meine Frau kann das auch nur in Teilen nachvollziehen, weil sie, wie noelana schreibt, eben dieses Gefühl „ich habe Schuld“ nicht hat -es mir auch nicht vorwirft, aber das macht eben ganz viel aus, irgendwie. Gleichzeitig kommt irgendwann dieser Gedanke, was wenn es niemals klappt? Und diese Vorstellung ist so ungeheuerlich, dass man eben nicht mehr daran denken mag- es nicht mehr ausprobieren möchte. Denn mit jedem Negativ wächst ja die Wahrscheinlichkeit bzw. ist es ein weiterer Beweis dafür, dass wir kinderlos bleiben könnten… Wir haben am WE darüber gesprochen ob wir nicht Hilfe in Anspruch nehmen wollen, sollte sich das Gefühl nicht so langsam mal verflüchtigen… Vielleicht hilft das Reden dann schon noch mal ein bisschen. Ich drücke euch und uns auf jeden Fall de Daumen – auf ein Sommerbaby 2017! 🙂

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    • Ich habe, noch bevor wir mit der Kinderwunschbehandlung angefangen haben, viel in Blogs gelesen, auch in deinem. Das hat mich schon darauf vorbereitet, dass das u.U. eine sehr schwierige Zeit werden kann, vor allem psychisch, und eben auch nicht so schnell klappen muss. Ich bin noch nicht an dem Punkt wo ich soweit denke, dass es vielleicht NIE klappt, aber meine Frau und ich haben uns neulich darüber unterhalten, dass man in solche Gedanken wahrscheinlich mit der Zeit irgendwie „hineinwächst“ (hört sich blöd an). Ich glaube, man muss viel dafür tun, um sich selbst in dem ganzen Prozess nicht aus dem Blick zu verlieren. Vielleicht ist eine Form von Beratung ja wirklich hilfreich, damit zumindest der Leidensdruck etwas leichter wird. Es gibt ja zum Beispiel das Beratungsnetzwerk für Kinderwunsch Deutschland (BKiD). Ich weiß allerdings nicht, ob die auch gut für Regenbogenkonstellationen beraten können…
      Ich wünsche dir jedenfalls endlich eine Riesenportion Glück für die laufende Kryo. Dann wäre es ein Junibaby und Geburtstag im Juni kann ich nur empfehlen 😉

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