Bierhochzeit

Beinahe hätte ich doch tatsächlich verpasst, dass heute ein besonderer Tag für uns ist: heute feiern wir nämlich Bierhochzeit! Meine Frau, die sonst nämlich solche Tage immer gerne vergisst, hat daran gedacht, weil eigentlich ja heute der Transfer stattfinden sollte und ihr die Verbindung zu dem Datum aufgefallen war. Und ich hätte es glatt verpasst.

HerzJa, heute vor genau neun Monaten haben wir in einem fernen Land am anderen Ende der Welt Ja zu einander gesagt und wurden zu rechtmäßigen Eheleuten.❤️ Die Tatsache, dass wir dort wirklich heiraten konnten und keine „Lebenspartnerschaft eingehen“ wie es so nett im Beamtendeutsch heißt, war nur einer der Gründe, die uns dazu bewogen hatten. Ich freue mich heute immer noch sehr über unsere schöne Trauung und unsere Heiratsurkunde. Es wird doch echt allerhöchste Zeit für die Eheöffnung in Deutschland!

Die Bierhochzeit ist übrigens eigentlich ein Brauch, nach dem eine Feier veranstaltet wird, wenn die frischgebackene Ehefrau nach 9 Monaten noch nicht schwanger ist. Das Bier sollte angeblich die Fruchtbarkeit erhöhen. So gesehen wissen wir gar nicht, ob wir Bierhochzeit zu feiern haben oder nicht – na ja, ich hab das Bier getrunken und meine Frau Maracujaschorle 😉 Und so war es ein schöner Anlass, nach ewiger Zeit mal wieder essen zu gehen.

Noch ein Grund zu feiern: nachdem ich gestern die Info bekam, dass einer der Embryos nur 6 Zellen erreicht hatte, während der andere schon im Morulastadium war, bekamen wir heute die tolle Nachricht, dass dann doch noch beide sich gut weiterentwickelt haben, so dass heute an Tag 5 zwei Embryonen mit Klasse 1 Qualität eingefroren werden konnten. 😄 Unfassbar, oder? Was für ein kleiner Spätzünder! Es ist auch für den jetzigen Zyklus ein unglaublich beruhigendes Gefühl, dass falls es nicht klappt, wir noch weitere Versuche haben und nicht schon über die nächste IVF nachdenken müssten.

7 Gedanken zu “Bierhochzeit

  1. Hallo ihr Drei 😉
    Die Bierhochzeit kannte ich noch überhaupt nicht. Auch nicht schlimm, wo ich kein Bier mag 😀
    Ich finde es toll, dass ihr tatsächlich geheiratet habt. Wurde das in Deutschland auch so anerkannt, oder geltet ihr hier doch nur wieder als verpartnert?
    Meine Frau und ich hatten im März ja schon „Holzhochzeit“ 😉
    Ich drück euch ganz fest die Damen und wünsche euch das Allerbeste!
    Wie geht es denn weiter bei euch? Testet ihr vor der Regel, ob er/sie sich eingenistet hat, oder geht ihr gleich zur Gyn?

    liebe Grüße
    Noelana

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    • Es ist in Deutschland leider nicht möglich, sich eine im Ausland geschlossene Ehe als gleichgeschlechtliches Paar auch hier als Ehe anerkennen zu lassen (das wäre ja sonst eine schöne Gesetzeslücke die man nutzen könnte!), aber eine Anerkennung als Lebenspartnerschaft war möglich. Das hatte ich vorher mit unserem Standesamt abgeklärt und es hat auch problemlos geklappt. Irgendwann schreibe ich bestimmt noch mal ausführlicher was darüber! In jedem Land, in dem es eine Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Ehe gibt, gelten wir aber als verheiratet. Leider sind es ja noch nicht so viele Länder…
      Holzhochzeit, das bedeutet 5 Jahre? Wie schön 💕 Wir kennen uns jetzt gerade 6 Jahre, können aber auch nicht fassen, wie die Zeit verflogen ist und wie sehr wir uns auch noch verändert haben miteinander und mit der Zeit.
      Über den Testtag haben wir noch keine abschließenden Verhandlungen geführt 😉 ich neige ja eher zu Frühtests, aber meine Frau haßt es, ein frühes Negativ zu bekommen und nicht sicher sein zu können, ob es dabei bleibt oder noch positiv wird. Wir werden aber defintiv erst zu Hause testen und nur zur Bestätigung eines Positivs (HCG im Blut) zur Gyn gehen. Ich denke mal, auf 12-14 Tage nach Punktion können wir uns einigen. So lange wie die Klinik vorschlug (19 Tage nach PU!) werden wir nie und nimmer warten, da sind wir uns schon einig 🙂

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  2. Ahhh, ich hab mich verschrieben 😉 Nicht Holz- sondern Papier ^^ Wir haben uns im April 2015 verpartnert, das heißt 1,5 Jahre. Fünf haben wir dann doch noch nicht 😀 Sry! Wir kennen uns nun auch seit fast sieben Jahren… Ja, die Zeit ist wahnsinnig schnell vergangen, aber irgendwie tut sie das immer, wenn man so zurückblickt!…

    Ai, also ich weiß von mir selbst, dass ich auch nicht so lange warten könnte… da teste ich lieber jeden Tag fünf Mal, als ständig diese Ungewissheit zu haben… Wenn er falsch negativ anzeigt, bzw. erst positiv und dann wieder negativ ist, dann ist das eben so… Ich weiß noch nicht, wie es dann wirklich ist, wenn es wirklich ums Testen geht, aber im Moment kann ich mir nicht vorstellen, dass ich auch nur einen Tag länger warten würde, als nötig!… Tag 12 – 14… ai, das istj a noch ewig hin 😀 Schrecklich!

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  3. Man gewöhnt sich irgendwann ein bisschen an dieses Warten, es gehört irgendwie dazu, ist aber nichtsdestotrotz anstrengend. Ein früher Negativtest bringt leider keinen sicheren Informationsgewinn, sondern vor allem schlechte Stimmung, von daher kann ich meine Frau schon verstehen – aber ich selber würde immer am liebsten schon viel früher testen – weil man eben doch auf ein frühes Positiv hofft.
    Frage: benutzt du den Begriff verpartnert auch im Alltag? Wir sagen immer ganz stur „verheiratet“ und „meine Frau“, auch wenn es strengnommen nach deutschem Recht natürlich anders ist.

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  4. Juhu! Dann ist es doch insgesamt ein ganz gutes Ergebnis, trotz weniger Follikel. Ich kenne andere, die aus 15 Follikeln und mehr auch nur 3 bis 5 Embryonen gewonnen haben. Und letztlich kann ja aus jedem einzelnen ein Kind werden 🙂

    @Verpartnerung: Ich sage im umgangssprachlichen Alltag auch „meine Frau“ bzw. „verheiratet“, allerdings weise ich bei Unkundigen (=den meisten) darauf hin, dass es eben nicht das Gleiche ist. Einfach um auf bestehende Ungerechtigkeiten hinzuweisen. Und da ich selbst auf einem Amt arbeite, wechsle ich auch öfter mal zur „Amtssprache“, ganz automatisch.

    Mich hat es jedenfalls sehr geärgert, dass die Medien – und sogar die Süddeutsche – im Zusammenhang mit Anne Wills Verpartnerung von „Hochzeit“ bzw. „Heirat“ gesprochen haben, das wäre eine prima Gelegenheit gewesen, die Diskriminierung, die im Lebenspartnerschaftsgesetz steckt, zu thematisieren und öffentlichkeitswirksam aufzubereiten.

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