Wie sieht ein positiver LH-Test aus?

Seit 8 Monaten beobachten wir jetzt den Zyklus meiner Frau und stellen mit Ovulationstests, die den LH-Wert im Urin messen, den ungefähren Zeitpunkt des Eisprungs fest. Dabei benutzen wir einfache günstige Teststreifen aus dem Internet. Immer wieder hatten wir 1- 2 Tage lang positive Tests, so zwischen dem 13.- bis 17. Zyklustag. Positiv, so die simple Anweisung des Test, bedeutet, dass der Teststreifen mindestens genau so dunkel oder dunkler ist als der Kontrollstreifen. So weit, so gut. Wir haben uns nicht so großartig Gedanken darüber gemacht, was genau das für den Zeitpunkt der Insemination bedeutet, sondern waren einfach froh, dass offenbar ein LH-Anstieg zuverlässig kam. Der Anstieg des Hormons geht wie man nachlesen kann dem Eisprung unmittelbar voraus bzw. löst diesen aus.

Heteropaaren wird empfohlen, sobald ein Test positiv ist, miteinander Sex zu haben, was Sinn macht, da die Spermien einige Stunden brauchen bis sie den Vorgang der Kapazipation durchlaufen und aus eigener Kraft die Barriere des Muttermundes überwunden haben. Außerdem sind sie noch ziemlich lange lebensfähig, im Gegensatz zum Ei, das nach dem Follikelsprung nur 12-24 Stunden überhaupt befruchtungsfähig ist.

Bei einer Insemination mit Spendersamen ist das aber anders, denn die vorher eingefrorenen und aufgetauten Spermien werden bereits vorbereitet direkt in den Uterus gebracht, haben aber eine etwas geringere Lebensfähigkeit, die meisten Angaben behaupten 24-36 Stunden. Das heißt, Eisprung und Insemination müssen sehr sehr genau aufeinander getaktet sein.  Das war uns vorher nicht so im Detail klar, aber die bereits durchlaufenen IUIs endeten damit, dass wir uns die Finger wund gegoogelt haben auf der Suche nach Informationen über den Zusammenhang von LH und Eisprung. Und beim letzten Mal haben wir den Verlauf sehr viel differenzierter beobachtet, dokumentiert und uns 5 Kategorien zur Einteilung überlegt:

Testreihe IUI2

Die ersten drei Tests würden wir eindeutig als negativ  einstufen. Samstagabend zeichnet sich schon eine deutlichere Linie ab und kündigt den LH-Anstieg an. Wir vergeben die Kategorie Plus im Klammern (+). Sonntag Mittag ist die Testlinie bereits etwas stärker als die Kontrolllinie. Das ist für uns schon Kategorie ++. Die IUI war Sonntag gegen 17:30. Der Test am gleichen Abend immer noch ++,  und am Morgen danach sogar noch stärker, wir sagen: +++. Montag Mittag sind die Linien ungefähr gleich stark, also ein einfaches +, abends wiederum (+), denn die Testlinie ist ein wenig schwächer.

Wir haben also den Verlauf  -/ – /- /(+)/ ++/ ++ /+++/ +/ (+)

Wann genau erfolgt denn nun der Eisprung? Montag um 10:30 war der Follikel jedenfalls noch da, also kurz nach dem Höchstwert. Was wir mittlerweile herausgefunden haben: in der Literatur darüber muss man darauf achten, ob die Rede vom LH-Anstieg ist oder vom LH-Gipfel oder Peak. Vom Beginn des Anstiegs dauert es 23-38 Stunden bis zur Ovulation, bzw. 35-47 (diese Spanne bezieht sich vermutlich auf LH im Blut, was dem LH im Urin ein paar Stunden voraus ist), vom Gipfel dauert es 9-23 Stunden bzw. 13-23. Nachgelesen haben wir das in einer Studie von Clearblue und einem Ausschnitt aus „Klinische Endokrinologie für Frauenärzte“. Allerdings gibt es wohl auch Frauen, bei denen es sogar schon vor dem Peak zum ES kommt. Na ja, bei meiner Frau aber wohl nicht. Die Follikelgröße zum Zeitpunkt des ES kann offenbar variieren, man kann also nicht sagen, der Follikel war zu klein.

Wir gehen davon aus, dass der ES zwischen Montag Mittag und spätestens Dienstag Morgen passiert sein muss.  Meine Frau hatte bis Montag nachmittags noch ein Druck/Schmerzgefühl linksseitig, am nächsten Tag dann abends ein Ziehen. Es ist also noch im Bereich des Möglichen, dass zu dem Zeitpunkt noch genug Spermien da waren für eine Befruchtung. Ein idealer Zeitpunkt wäre aber wahrscheinlich Montag nachmittags gewesen, also zu dem Zeitpunkt wo die Tests schon wieder schwächer wurden. Sollten wir es trotz der unschönen Prozedur noch ein weiteres Mal mit IUI versuchen, werden wir etwas geduldiger sein und erst zumindest das Erreichen des Peaks abwarten.

Aber vielleicht haben wir ja dieses Mal Glück und müssen uns doch nicht mehr so schnell damit befassen?! Ein paar neue kleine Symptome geben uns gerade Anlass zur Hoffnung.

Übrigens sollte man eigentlich nicht mit Morgenurin testen, wobei die Begründungen dafür irgendwie ziemlich widersprüchlich sind – weil dann zu viel LH im Urin ist wegen der Konzentration, oder zu wenig, weil LH erst im Laufe des Tages gebildet wird…wir haben trotzdem auch immer morgens getestet und hatten nicht den Eindruck, dass dadurch falsche Ergebnisse entstehen.

6 Gedanken zu “Wie sieht ein positiver LH-Test aus?

    • Nein, bislang haben wir das nicht gemacht. Meine Frau hat allerdings beim Follikelschall am Tag nach der IUI danach gefragt, aber die Gyn meinte, sie löst erst ab 22 mm aus, und das es sowieso ungefähr 36 Stunden dauern würde bis das Ei dann springt. Das wäre ja für uns sowieso eher zu spät gewesen. Vielleicht sollten wir das beim nächsten Mal aber in betracht ziehen. Hast du Erfahrung damit?

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  1. Hallo,
    tut mir ja leid für euch,dass es so unangenehm war mit der Insemination 😦 zwei Gedanken dazu:Muttermund und Gebärmutterhals werden weich,wenn der Eisprung naht-eine zu frühe IUI kann auch deshalb schmerzhafter sein.Und zum Timing:ich würde entweder auslösen oder aber „doppeltesten“: entweder bei Verdacht auf LH Anstieg Blutwerte in KiWu-Praxis nehmen lassen (machen in Berlin zumindest die KiWu-Praxen innerhalb von zwei Stunden),oder aber daheim:mit Streifen-Tests quasi vortesten,und mit dem unempfindlicheren Clearblue Smilie Test testen wenn ihr einen leichten zweiten Streifen habt.Bei einigen die ich kenne hat das gut gepasst,weil diese Tests erst recht spät reagieren,und dann der LH Anstieg wirklich da ist.
    Viel Erfolg!

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  2. Hallo Annie, danke für die Tipps, die Clearblue Tests haben wir uns heute morgen mal im Internet angeschaut, das wäre vielleicht wirklich eine Option um mehr Treffsicherheit zu haben. Wir haben in dem Sinne ja leider keine richtige KiWu-Praxis vor Ort, und auch die Gynäkologin, die die IUI gemacht hat, ist keine Repromedizinerin.

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